Beitrag im «Bieler Tagblatt» vom 1.10.2020

Unter dem Patronat des Fussballklubs Täuffelen organisiert der Verein «Pro FC Täuffelen» das Seeländische Schwingfest  2021, das am 26./27. Juni stattfinden wird. Täuffelen war 2011 ein erstes Mal Austragungsort. Damals siegte Christian Stucki. Im Schlussgang bodigte er seinen Kollegen Florian Gnägi nach sechseinhalb Minuten mit Kurz und Nachdrücken am Boden. 2700 Fans sa hen dieses Finale zweier Seeländer. Zehn Jahre später rechnen die Organisatoren unter OK-Präsident André van den Heuvel, der schon beim ersten Mal das Zepter führte, mit 4000 Fans, inklusive 1000 Stehplatzzuschauern. Ob das möglich sein wird, ist aber noch völlig offen. André van den Heuvel steht mit seinem Team derzeit an vielen Fronten im Einsatz und diskutiert über mögliche Varianten der Durchführung. Grundsätzlich aber ist für ihn eines klar: «Wir freuen uns, die Schwinger bei uns zu begrüssen und wir werden alles daran setzen, dass auch geschwungen werden kann.» Bei allen möglichen Einschränkungen, die Vorfreude ist da. Ob das Vorhaben gelingt, einen Gewinn zu erwirtschaften und mit diesem Geld die Infrastrukturen beim FC Täuffelen auf Vordermann zu bringen, ist im Moment dahingestellt. «Wir hoffen es, wir werden es sehen.»


Beat Moning


Das Organisationskomitee steht schon heute in engem Kontakt mit dem Bernisch-Kantonalen Schwingverband, der kürzlich zu einer Sitzung mit allen Kranzfest-Organisatoren 2021 zusammenkam und dabei Richtlinien und gemeinsame Konzepte besprach. «Ich spüre eine grosse Unterstützung und Solidarität seitens der Schwinger und der Verbände. Das erleichtert uns die ganze Aufbauarbeit.» Die aber hat es ohne Zweifel in sich, wie van den Heuvel erläutert. Auch da gibt es einen Grundsatz: «Wir müssen planen, mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften. Schulden kommen nicht infrage.» Da gebe es diverse Gespräche mit den Sponsoren und deren Leistungen – und Gegenleistungen des OK. Man müsse mit den Lieferanten ein gutes Einvernehmen haben. Vorab, wenn man davon ausgehen müsse, dass auch noch die Zweidrittel-Kapazität zählt, oder am Ende kurzfristig gar ohne Zuschauer geschwungen werden muss. Auf der Ausgabenseite müsse man vorsichtig sein. Grössere oder kleinere Tribünen, ein kleineres oder grösseres Festzelt? Das kann schnell ins Geld gehen. Dürfen weniger Zuschauer das Fest verfolgen, werden sofort auch weniger Einnahmen resultieren. Risikoanalysen werden also gemacht, Konzepte in verschiedenen Variationen erstellt. Neun Monate verbleiben bis Festbeginn. «Wir haben die Möglichkeit, uns jetzt an den Fussballern und Eishockeyanern zu orientieren, dann finden vor uns noch einige Kranzfeste statt. Das ist sicher ein Vorteil.» Trotzdem, die Belastung für die im Ehrenamt stehenden Organisatoren ist gross, grösser als geahnt. Dennoch hält van den Heuvel fest: «Die Freude überwiegt bei Weitem. Wir lassen uns nicht unterkriegen und auch nicht verrückt machen. Aber, wir nehmen die Angelegenheit ernst. Die ganze Welt muss jetzt lernen, mit diesem Virus umzugehen. Alle müssen mitmachen.»

Für die Anliegen der Schwinger hat das Organisationskomitee vollstes Verständnis. «Der Sport darf nicht zum Erliegen kommen. Bei uns ist jedenfalls noch nie die Frage aufgekommen, den Anlass abzusagen», so van den Heuvel abschliessend.

Download als PDF (mit freundlicher Genehmigung der W. Gassmann AG)